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Zwei Piratenschiffe am Rhein. Ein paar Worte über die Freiheit

Nike-Free (ein Laufturnschuh mit extrem biegsamer Sohle), „Wir machen den Weg frei“ (Volksbank), „Du darfst“ (=Du bist frei, zu tun, was du willst), „Elvital: Der Befreiungsschlag gegen hartnäckige Schuppen!“, Handy-Flatrate BASE freedom of speech, ...Freiheit, so weit das Auge blickt. Den Werbetextern sei Dank, wiegen wir uns in der wohligen Illusion, eine bestimmte Marke sei der Schlüssel zu jenem magischen Reich, in dem die gutmütige Königin Freiheit ihr Zepter schwingt und unsere Bedürfnisse mit ihren Reizen restlos befriedigt.

Wer vor einer Woche einen Spaziergang über die Rheinpromenade machte, konnte auf der Höhe der Bonner Oper zwei vertäute Schiffe sehen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Jedes von ihnen verkörperte Freiheit aus einem anderen Blickwinkel. Bei dem ersten handelte es sich um ein makellos restauriertes Segelschiff, das gezielt Erinnerungen an Seeräuber, ferne Länder und Abenteuer wachrief. Es war mit blauschwarzen, stylishen (garantiert nicht Hochsee taglichen) Segeln bespannt, auf denen die T-Mobile Werbung für das neueste Multifunktionshandy BlackBerry machte. Der Slogan, der unter dem -primär zum E-Mail-Empfang bestimmten Gameboy ähnlichen Aparillio zu lesen war, lautete: BE FREE LIKE BLACKBERRY.

Im Kielwasser der medialen „Fluch der Karibik 2“ Litfaßsäuleneuphorie dümpelnd, versuchte T-Mobile ihr aktuelles Produkt aus Plastik und Schaltkreisen im Kopf des Konsumenten gleichfalls mit wilden Totenköpfen, Säbelgerassel und schwitzenden Gouverneurstöchtern zu verkabeln. Willkommen bei den coolen T-Mobile-Piraten mit ihren tollen BlackBerries, mit denen sie ihre kommunikative Schreckensherrschaft auf den Weltmeeren errichten werden!

Zum zweiten Schiff, das unweit des Kommerzkanus angedockt hatte: ein aus Kanistern, Holzbrettern und Schnüren bestehendes Floß der Umweltgruppe ROBIN WOOD, das in diesen Wochen den Neckar und Rhein entlangfährt, um gegen die Holzrodung des Taschentuchherstellers TEMPO zu protestieren, die dieser in großem Stil u.a. in Brasilien durchführt. Ein paar unausgeschlafene, langhaarige Studenten mit Cordhosen und ausgelatschten Sneakern stehen hinter einer improvisierten Informationstheke, auf der Unterschriftenlisten und diverse Broschüren bereitliegen. Sie sehen nicht sehr souverän aus, aber sie halten trotzig ihre Stellung, protestieren gegen etwas, was an diesem Abend am Rheinufer niemanden interessiert. Alle wollen das Segelschiff sehen, niemand scheint den erstaunlichen Zusammenhang zu erkennen.

Auf der einen Seite die Tempo-Piraten, die unrasiert und Drehtabak rauchend auf einem gezimmerten Boot den Rhein entlangschippern und vergebens für eine gerechte Sache aufmerksam machen wollen. Auf der anderen Seite ein steril wirkendes Segelschiff, das zum Freibeuterschiff aufgepimpt wurde und den Besitz eines Blackberry mit der Freiheit eines Seeräubers vergleicht.

Die vorgegaukelte Freiheit, die perfekt inszenierte Illusion interessierte die Bonner Bürger brennend, da wurden Foto-Handy und Digitalkameras gezückt, um sich vor dem Segler ablichten zu lassen. Die ROBIN WOODler dagegen standen auf verlorenem Posten mit ihrem Floß und ihrer Mission. Ich hoffe, sie hatten eine große Flasche Rum im Gepäck. Ho Ho Ho!
8.9.06 13:55
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


django kowalskie / Website (18.9.06 01:53)
ahhh ... dachte schon von euch kommt nix mehr ... bekommt ihr gleich mal ne spam und n gruss

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